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SympathieMagazin "Griechenland verstehen"In der Griechenland-Krise schlug die Stunde der Klischees und Stereotypen. Aber die Hellenen haben sich davon nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil, sie haben ihre Probleme angepackt. „Griechenland verstehen": Das neue SympathieMagazin portraitiert ein verändertes Land. |
Die Griechen verabschieden sich gerade von einem seit 160 Jahren praktizierten „Klientelismus" sowie von der damit einhergehenden Neigung, die Interessen der jeweiligen (Partei-) Freunde zu bedienen. „Zurzeit erleben wir die letzten Zuckungen dieser Tradition", schreibt der griechische Autor Nikos Psaros im soeben erschienenen SympathieMagazin „Griechenland verstehen".
Hochgerechnet verliert derzeit jeder Grieche rund 20 % seines Einkommens, zahlt 23 % Mehrwertsteuer. Mit drakonischen Sparmaßnahmen hat es die griechische Regierung geschafft, das Haushaltdefizit um schier unglaubliche 39, 7 % zu senken - nachdem ihre Vorganger jahrelang Steuern verschwendet und Statistiken gefälscht hatten.
So viel Offenheit und Veranderungswillen verdienen Anerkennung. Denn Griechenland durchlebt einen ernsthaften Wandel. Und in ihm scheinen besonders die jungen Griechen eine neue Perspektive zu sehen. Sie rebellieren gegen eine Väter-Generation, die ihren Kindern diktieren wollte, wie Erfolg auszusehen hat.
Doch die Griechen schauen nach vorne. Sie versuchen ihre Lebensfreude zu bewahren und setzen auf ihre Gastfreundschaft. Einerseits werben sie mit den „schönsten Inseln, den besten Stranden" und zahlreichen antiken Stätten. Andererseits reagieren sie auf das „Gürtel enger schnallen" mit einer besonderen Form von (Galgen-) Humor: „Wir laden den Lammbraten vom Internet herunter und unserer Tochter, die in England studiert, schicken wir eine Spinatpita per E-Mail."
Text: Klaus Betz

