- Indien verstehen
Indien durchlebt einen epochalen Wandel. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Subkontinents scheinen gleichzeitig statt zu finden. Die wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen verlaufen so schnell, dass Wohlstand und Elend nebeneinander existieren und doch aufeinander prallen.
Zwischen Ochsenkarren und Computer, grandiosen Kulturdenkmälern und Wellblechhütten spiegeln sich die genügsame Selbstversorger- Mentalität von gestern und das konsumversessene Karrierestreben von morgen. Das aktualisierte SympathieMagazin „Indien verstehen" des Starnberger Studienkreises für Tourismus und Entwicklung e.V. greift diese Widersprüche auf und portraitiert eine Nation mit über einer Milliarde Einwohner, soviel wie in ganz Westeuropa leben.
Staunen über die Gleichzeitigkeit
Während sich die Software-Industrie zum Wachstumsmotor des Landes entwickelt hat und neureiche indische Großkonzerne Firmen in Europa, Amerika und Ostasien aufkaufen, sorgen sich die meisten Inder immer noch um ihre nächste Mahlzeit. Rund 70 Prozent der indischen Bevölkerung verharren auf dem Land, in rund 500 000 Dorfern. „Indien lebt in seinen Dörfern!", sagte Mahatma Ghandi, nach seiner Rückkehr aus Südafrika und einer großen Erkundungsfahrt mit der Eisenbahn. Wer dieses Indien kennen lernen will, sollte sich auf seinen Spuren bewegen. Die Millionenmetropole Mumbai ist ein Spiegelbild Indiens auf engstem Raum und doch nicht der Maßstab, mit dem sich dieses Land verstehen lässt.
Dass eine Gesellschaft nach Mobiltelefonen und brandneuen Motorrädern giert, sich zugleich zu Hunderttausenden als Pilger auf den Weg macht und der Genügsamkeit huldigt, das alles mag verwundern. Solange man nicht die Bedeutung des Wörtchens kal kennt. Es steht in der Hindisprache für gestern, aber gleichzeitig auch für morgen.
"Indien verstehen" ist für 4,00 € hier SympathieMagazin zu bekommen.
Text: Klaus Betz
