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Neue Strandkörbe, Spielplätze ...
Große und kleine Spiekeroog-Fans genießen auf ihrer autofreien Lieblingsinsel Licht, Luft, Sand, Meer und jede Menge neue Attraktionen genießen. In den Dünen gibt es eine neue Aussichtsplattform geben und am Westende eine neue Schützhütte für Vogelfreunde. Auch die neuen Abenteuer- spielplätze sind da und 200 neue, strahlend weiße Strandkörbe. Insgesamt sind es jetzt 650 Strandkörbe am Spiekeroger Strand. Entspannung für die Eltern, während die kleinen Piraten zu den Seehundbänken fahren.


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Begegnungen von Scout zu Scout

Reisende und Bereiste treffen sich in dieser Rubrik. Wer hat mit seiner Unterstützung vor Ort Ihre Reise verschönert? Hier erscheinen Geschichten über Begegnungen, die das Reisen zu etwas ganz Besonderem machen.


kanada - Grasshoff: Ole, Wat wills'te?

Fritz Grasshoff wurde 1913 in Quedlinburg geboren und war einer der großen deutschen Zeichner, Maler und  Schriftsteller der Nachkriegszeit, der auch Schlager für Hans Albers („Jonny, Kleine Möwe“) textete. Ole Helmhausen erinnert sich an die Begegnung mit dem kauzigen Künstler und eines der letzten Interviews mit Fritz Grasshoff, der 1997 in Hudson, Kanada, starb.


Ich war zufällig im Goethe-Institut in Montreal und unterhielt mich mit der Bibliothekarin Elisabeth Morf. Sie fragte, ob ich Fritz Grasshoff kenne, und ich sagte nein. Das sei doch ein ganz berühmter deutscher Dichter, ob ich ihn einmal interviewen wolle?

Ich bekam gleich am nächsten Tag einen Termin mit Grasshoff. Allerdings hatte ich deshalb auch zero Zeit, mich vorzubereiten. Was ich von Grasshoff wusste, war eher einschüchternd: Grasshoff möge keine Journalisten, sei sehr eigen, pressefeindlich, schwer zu verdauen, und er habe schon mehr als einen Journalisten rausgeschmissen.

Ole Helmhause mit Mitgliedern der Familie Grasshoff.

Fritz Grasshoff komponierte und dichtete nicht nur, er war auch ein groartiger Maler.

Roswitha Grasshoff mit Autor Ole Helmhausen, Sohn und Schwiegertochter (v.l.n.r) in Hudson, Kanada. Fritz Grasshoff war für seine Schlager berühmt und außerdem ein bedeutender Zeichner und Maler.

Grasshoffs Frau Roswitha machte mir auf. Es war ein ziemlich grauer Tag, und Grasshoff stand im Halbdunkel, mir ablehnend die Seite zugewendet. Dann sagte er: Du bist also der Journalist. Dann setz’ dich mal. Er saß da – und sagte nichts. Roswitha machte ein wenig Konversation, und darüber war ich heilfroh. Dann schaute Grasshoff auf: Wat will’ste? Ich sagte, ich würde gerne eine Geschichte über ihn schreiben, er sei schließlich der berühmteste deutsche Nachkriegsschriftsteller. Er antwortete: So ’n Quatsch! So ’n Blödsinn!

Ich wäre am liebsten ganz woanders gewesen. Und dann fing er langsam und widerstrebend an, meine Fragen zu beantworten, während ich mich im Raum umschaute. Ich begann, all die Sachen darin zu kommentieren: die Drehorgel, die Grammophone. Es sah aus, als hätte ein Seemann nach einer Reise über die sieben Weltmeere hier seine Kiste ausgepackt. Das ganze Wohnzimmer war voller Schätze. Grasshoffs Bilder und Manuskripte flogen überall herum. Ich war inspiriert: Hier lebt einer, der kreativ arbeitet, und alles andere ist ihm schnurzegal.

Du bist ein Schreiber, ein Reporter, der Geschichten erzählen will

Irgendwann bekam Grasshoff mit, dass mich die Gegenstände interessierten. Grammophone, Kurbel drehen, das Ohr an die riesigen Trichter kleben. Er spielte dann eine alte Schelllackplatte aus den 40er Jahren, auf der Hans Albers „Jonny, kleine Möwe“ sang. Das kratzte und knisterte, und die Schelllackplatte eierte auf dem Teller. Es war wie eine Reise in eine andere Zeit. Und plötzlich sagte Grasshoff: So’n Scheiß habe ich damals geschrieben! Und er grinste mich an.

Ich wusste nicht, ob ich das kommentieren sollte und fragte dann nur, wie das Grammophon funktioniert, da ich heute nur CDs spiele. Und da taute Grasshoff auf, erklärte das Grammophon, erzählte von seiner Übersetzung des alten Schweden Bellmann, den ich übrigens auch nicht kannte. Und Grasshoff sagte: Du hast anscheinend überhaupt keine Ahnung. Aber dann hat er dem kleinen doofen Helmhausen aus der Welt der großen Philosophen berichtet. Er konnte nicht verstehen, dass ich nicht einmal Altgriechisch sprach. Mich hat die Kompromisslosigkeit beeindruckt, mit der er sein Ding gemacht hat.

Und dann sagte Grasshoff: Ole, du bist gar kein Journalist. Das war nach 20 Jahren in diesem Beruf wie ein Schlag ins Gesicht. Du, fuhr er dann fort, bist ein Schreiber, ein Reporter, der Geschichten erzählen will. Und so ist es. Ich habe erst später begriffen, das dies eine Begegnung der ganz besonderen Art war – und an seinen Kommentar meiner Arbeit erinnere ich mich heute als großes Kompliment.


Text: Ole Helmhausen; Bilder: Peter Kensok

 

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